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Scarred Hearts – Vernarbte Herzen

Scarred Hearts – Vernarbte Herzen
Rumänien 1937. Emanuel (Lucian Teodor Rus), Anfang 20, leidet an Knochentuberkulose und lebt in einem Sanatorium am Schwarzen Meer. Seine Zeit verbringt er in einem Gipsbett und wird vom Personal herumgeschoben. Umgeben von einem medizinischen Apparat mit teilweise grotesk anmutenden Gerätschaften und eingeschlossen in einen Körper, der langsam verfällt, erfüllt Emanuel wie auch seine meist jungen Mitpatienten ein überbordender Lebenshunger. Körperlich stillgelegt, dafür gedanklich umso beweglicher, führen sie hellwache intellektuelle, politische Diskurse. Nach drauÃ?en in Rumänien zieht ihn immer weniger, entwickelt sich das Land doch mehr und mehr zu einer ultranationalistischen Gesellschaft. Und während der Zweite Weltkrieg am Horizont droht, verliebt sich Emanuel…

Historischer Kontext: Obwohl der Film ‘Scarred Hearts – Vernarbte Herzen’ den historisch-politischen Kontext nicht direkt untersucht, ist dessen Einfluss indirekt im Leben der Charaktere spürbar (wie auch in M. Blechers Leben und insbesondere wie er es in den Jahren nach seinem Tod getan hätte). "Uniformen und Beifallsrufe, Elend und dummes Geschwätz, Terror und Versprechungen, Bewaffnung und Friedenserklärungen, Dunkelheit und Karneval", so präsentierte Norman Manea Europa in den 30er Jahren. Rumänien ist keine Ausnahme. Auf der einen Seite haben wir hier ein gewisses Aufblühen von Bildung, Kultur, Kunst, auf der anderen ist König Carol II kurz davor, eine Diktatur zu installieren und die weit rechts stehende Bewegung Iron Guard erhält mehr und mehr fanatische Jünger. Befürworter dieser Bewegung gehören natürlich allen Klassen an, und es ist überraschend, Anhänger unter intellektuellen Markennamen wie Emil Cioran und Mircea Eliade zu finden. Ein Regiestatement von Radu Jude: "Auch wenn es wahrscheinlich normal ist, dass ein Autor sein Werk erklärt, finde ich es persönlich sehr schwierig. Weil ich mir viel vornehme und nicht weiÃ?, wie viele dieser Ideen tatsächlich aufgehen. Und weil ich gerne möchte, dass die Zuschauer die Essenz des Filmes selber entdecken, dass sie seine Qualitäten (wenn es welche gibt) ermitteln und seine Schwächen kritisieren, dass sie seine Bedeutung, seinen Humor und seine Poesie finden. Was ich auf jeden Fall sagen kann, ist, dass es ein Liebesbrief an M. Blechers Literatur ist und eine Einladung an die Ã-ffentlichkeit, seine Bücher zu lesen. Selbst wenn man dann sagen wird ‘Das Buch ist so viel cooler als der Film’."

Original post by Video Buster

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