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Die andere Heimat

Die andere Heimat
Jakob Simon (Jan Dieter Schneider), der jüngere Bruder, lässt alle Grenzen, die einem Bauernjungen in dieser Zeit gesetzt sind, hinter sich. Er liest jedes Buch dessen er habhaft werden kann, er studiert die Sprachen der Urwald-Indianer, er entwirft Pläne für die romantischsten Abenteuer in den Wäldern Brasiliens und beschreibt seinen Aufbruch aus dem Hunsrück in einem erstaunlichen Tagebuch, das nicht nur seine Geschichte und seine Gedanken wiedergibt, sondern das Lebensbild einer ganzen Zeit. In den Strudel von Jakobs Träumen werden alle gesogen, die ihm begegnen: seine von Mühsal und Arbeit geplagten Eltern, sein kampfbereiter Bruder Gustav (Maximilian Scheidt) und vor allem das schöne Jettchen Niem (Antonia Bill), die Tochter eines verarmten Edelsteinschleifers und ihre beste Freundin, das Florinchen (Philine Lembeck), ein Engel voller Liebesverlangen. Was kann es in dieser kargen Bauernwelt schöneres geben, als Jakobs Erzählungen zu folgen und mit ihm Pläne zu schmieden für ein glücklicheres Leben jenseits des Weltmeeres? Die Sehnsucht der jungen Menschen droht immer wieder zu zerbrechen, an der Unwissenheit der Zeit, an Krankheiten, Tod und Naturkatastrophen, die über das Land hereinbrechen. Die Familie droht unter der Last der Schicksalsschläge zu zerbrechen. Neun Kinder hat Margaret Simon (Marita Breuer), die Mutter Jakobs geboren, nur drei von ihnen überleben. Mitten im Sommer zerstören Eis und Schnee die Ernte, der Hunger lässt die Menschen an Tuberkulose erkranken. Da gibt es nur noch die eine Rettung: der Traum von einer besseren Welt. Jakobs Träume suchen das Abenteuer, das Fremde, die Freiheit in der Wildnis Südamerikas. Die Rückkehr des Bruders Gustav aus dem preußischen Militärdienst gibt den Anstoß für Ereignisse, die die Liebe zwischen Jakob und Jettchen jäh erschüttern und Jakobs Leben in eine völlig unerwartete Richtung lenken…

Als in der Mitte des 19. Jahrhunderts Hungersnöte, Armut und Willkürherrschaft die Menschen niederdrückten, sind Hunderttausende aus Europa ins ferne Südamerika ausgewandert. ‘Etwas besseres als den Tod findet man überall’, das war ihre bittere Erkenntnis und ihre Hoffnung. Vor dem Hintergrund dieses unvergessenen Dramas, entfaltet Edgar Reitz in seinem neuen Spielfilm ‘Die andere Heimat’ die ‘Chronik einer Sehnsucht’. Wieder ist das fiktive Dorf Schabbach Schauplatz und Universum zugleich. Hier erleben wir die Geschichte zweier Brüder, die in ihrem Dorf erkennen, dass nur ihre Träume sie retten können. Der Film erzählt in großen historischen Zeitbildern vom Exodus der deutschen Bauern und Handwerker in die Neue Welt. In endlosen Kolonnen ziehen die hochbeladenen Pferde-Fuhrwerke über Berge und Täler zum Rhein hinab, um von dort zu den Seehäfen zu gelangen, wo die Auswanderungsschiffe ins Ungewisse starten. Ein Abschied für immer, ein Aufbruch ohne Wiederkehr, Menschen auf der Suche nach dem Glück einer anderen Heimat. Europäische Geschichte, eine vergessene Wahrheit, eine Geschichte von Mut und vom Glauben an die Zukunft. Jakob schreibt in sein Tagebuch: Was kann es größeres geben, als einen Weg gemeinsam zu suchen aus Unrecht und Kälte? Denn alles kann verloren gehen und im Sturm auf den Meeren versinken, nicht aber das Wissen der Herzen. ‘Die andere Heimat – Chronik einer Sehnsucht’ wurde an Originalschauplätzen im Hunsrück mit großem Aufwand an Bauten und historischer Ausstattung gedreht. Unterstützt von der regionalen Bevölkerung zwischen Rhein, Mosel und Nahe folgt der Film dem Geist der weltberühmt gewordenen Heimat-Trilogie und eröffnet ein filmisches Panorama, das dem Leben der armen Menschen und ihrer Sehnsucht zu ihrem Recht verhilft.

Original post by Video Buster

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